Urlaub Namibia

Urlaub

Natürlich haben wir nicht nur die Tiere im Etosha NP besucht, ein bisschen mehr wollten wir von Namibia schon sehen. Es ist allerdings nicht ganz einfach, Namibia ist so riesig und nur im Auto sitzen wollten wir nun auch nicht. Dennoch sind wir viele Kilometer in dem gemieteten Toyota Hilux gefahren, aber alles gesehen was wir hätten sehen wollen haben wir nicht. So mussten wir leider u.a. Fischer Canyon, Lüderitz und Kolmanskop auslassen. Dennoch sind wir von den gesehenen Schönheiten schwer begeistert und werden sicher irgendwann nochmal reinschauen. Namibia ist ein tolles Land, aus unserer Sicht ein bisschen „Afrika für Einsteiger“. Es ist sehr leicht und scheinbar auch sehr sicher zu bereisen, die Mietwagen haben einen klasse Standard und die Campingplätze sind sensationell. Die Menschen sind klasse und hilfsbereit (wie eigentlich überall auf der Welt) und scheinbar schaffe es die unterschiedlichen Kulturen friedlich nebeneinander zu leben, ein Miteinander ist es leider sicher auch nicht. Wir haben die Zeit super genossen und haben tolle Sachen gesehen.

Twyfelfontein

Twyfelfontein heißen eine Quelle und ein Tal im sehr trockenen Damara-Bergland. Der Name stammt von weißen Farmer die sich dort ansiedelten. Weil die Quelle regelmässig versiegt, empfanden die Farmer sie als nicht zuverlässig und nannten sie „Twyfelfontein“. Heute sind die Farmer weg und nur der Name ist geblieben. Das ist nicht weiter schlimm, weil wegen der Farmer besuchten wir diese Region ja nicht. Vielmehr kamen wir für die etwa 2500 Felsenbilder auf den über 200 Felsplatten. Seit Jahrtausenden wird das Tal von unterschiedlichen Völkern genutzt und das genaue Alter der Felsenbilder ist nicht bekannt, die ältesten Arbeiten werden aber auf 24.000 vor unserer Zeit geschätzt. Wobei die genaue Bestimmung nur über den „Verwitterungsgrad“ ermittelt werden kann, was er verdammt ungenau macht. Uns ist das eigentlich egal, die Bilder sind irre alt und wir stellen uns und unserem Guide die Frage wie die Bilder denn hergestelt wurde, damals so ohne Hammer und Meissel. Die Antwort ist recht ernüchternd, es ist nicht hundertprozentig bekannt. Vermutet wird, dass härtere Quarzsteine benutzt wurden. Die herumliegenden Quarzsplitter unterstützen diese These. Aus unserer Sicht ist es eine Frage der Alternativen, Metall scheidet aus, Fingernägel und Holz auch, bleibt irgendwie nur Stein, vielleicht hätten wir doch auch Forscher werden sollen, scheint nicht so schwierig zu sein 😉

Gekommen waren wir aber nicht nur für die Felsenbilder sondern auch für ein gelebtes Freiluftmuseum, gleich um die Ecke der Felsenbilder. Aus Deutschland kennen wir Freiluftmuseen als eine Art Austellung alter Häuser, meist Bauern- oder Fischerhütten, in denen das Leben mit originalen Einrichtungsgegenständen dargestellt wird. Hin und wieder wird mittels einer Veranstaltung traditionelles Handwerk und Ähnliches gezeigt. Das Museum hier in Twyfelfontein war definitiv anders. Mit überraschend hohem Engagement, viel Freude und hohem Einsatz wird nicht nur anhand von alten Gegenständen, Hütten und Werkzeugen gezeigt wie die Menschen früher lebten, sondern hier wird das Leben ziemlich gut vorgespielt und erklärt. So wird gezeigt wie Feuer gemacht wird, ein Spiel gespielt mit dem Meinungsverschiedenheiten entschieden wurden, selbstgemachte Getränke sind zum Probieren gebraut, traditionelle Kunsthandwerkskunst wird in Aktion gezeigt, Leder gegerbt um Kleidung herzustellen und als Abschluss tanzte die gesamte Gruppe (inklusive der Kinder) einen alten Tanz, begleitet von Gesängen und handgemachter Musik. Es ist wirklich klasse gemacht und begeistert total, ein toller Einblick in diese alte Lebensweise.


Sossusvlei

Das Sossusvlei liegt in Namibia und ist eine von Namibsand-Dünen umschlossene beige Salz-Ton-Pfanne („Vlei“) in der Namib-Wüste, die nur in seltenen guten Regenjahren Wasser führt. Wir, wie auch wohl die meisten anderen Besucher, kamen nicht wegen der Salzpfanne sondern uns lockten die tiefroten Sanddünen die sich über die gesamte Pfann verteilen. Leider befinden sich diese Dünen in einem Nationalpark, was natürlich erstmal nicht schlecht ist und die wunderschöne Landschaft vor „Zerstörung“ schützt, nur sind so auch gleich die Besuchszeiten geregelt und der Sonnenuntergang in den tiefen der Dünen bzw. des Parks sind so nicht wirklich möglich. Was wirklich sehr schade ist. Der Namensteil „Sossus“ bedeutet in der Sprache der Nama übrigens „blinder Fluss“. Nach starkem Regen im Landesinneren entwickelt sich der Fluss Tsauchab und fliesst gen Atlantik, allerdings vertrocknet er spätestens in den Sanddünen von Sossusvlei. Spuren vom Wasser haben wir nicht entdecken können.


Cape Cross

Auf dem flachen und unwirtlichen Küstenabschnitt liegt das für seine Robbenkolonie berühmte Kreuzkap. Das Robbenreservat (Cape Cross Seal Reserve) ist nur eine von 24 Kolonien an der südwestafrikanischen Küste. Insgesamt schätzt man das Robbenvorkommen an der ganzen namibischen Küste auf ca. 650.000 Tiere.
Zwischen 80.000 und 100.000 Zwergpelzrobben, auch Ohrenrobben genannt, tummeln sich am Cape Cross auf den Felsen – was für den Besucher nicht nur ein außergewöhnlicher Anblick ist, sondern auch extremen Gestank und Lärm hervorbringt.

Vor allem während der Paarungszeit zwischen September und Dezember ist hier mit enormem Aufkommen dieser zur Familie der Ohrenrobben gehörenden Art zu rechnen. Zu dieser Zeit sieht man auch die riesigen Bullen, wie sie an Land kommen um ein Areal für ihre paarungsbereiten Damen zu besetzen. Sollte sich ein anderer Bulle zu weit annähern, werden brachiale Kämpfe ausgetragen, bei denen nicht selten eines der Männchen schwer verletzt wird oder gar stirbt. Als Gesundheitspolizei fungieren hierbei Schakale, die die verletzten und toten Tiere beseitigen. Die Weibchen kommen nicht wie die Männchen bereits Mitte Oktober an Land, sondern erst einige Wochen später. Nach der sofortigen Paarung bringen sie dann Ende November, Anfang Dezember ein ca. 5 kg schweres Robbenjunges zur Welt.


Camping

Mit am meisten überrascht wurden wir von den excellenten Campingplätzen in Namibia. Waren wir vor dem Start unserer Tour nocht etwas geknickt, weil unserer Vermieter ein „wildes Campen“ untersagt und auch dringend davon abrät, hat uns diese Einschränkung mit jeder weiteren Nacht auf dem Campingplätzen immer weniger gestört. Alle Plätze bieten ein verdammt hohen Standard und nehmen es ganz sicher mit dem grössten Teil europäischer Campingplätzen ganz gelassen auf. Vor allem weil nicht versucht wird europäische Campingplätze zu kopieren. Die allermeisten Plätze vermitteln sogar ein Gefühl von „wildzelten“, die Einsamkeit und Ruhe ist wirklich fantastisch.

Miekes Handgelenk

handgelenkNachdem die 6 Wochen namibischer Urlaub auch vorbei waren und auch die namibischen Physiotherapeuten keine Besserung bei Miekes Handgelenksproblemen erwirken konnten, hatten wir nur noch eine letzte Idee, Miekes Osteopath des Vertrauens in Köln. So nahmen wir per mail Kontakt auf und erhielten prompt eine ziemlich lange Antwort mit Übungen die wir mal versuchen sollten. Da es nun aber nicht so einfach ist mal eben als Hobby-Osteopath zu fungieren und wir einen verdammt günstigen Flug nach Deutschland fanden, entschieden wir uns den Aufenthalt in Namibia zu beenden und nach Köln zu Philip, Miekes Osteopathen, zu reisen. Radfahren war so ohnehin nicht möglich und weil Philip überzeugt war dem Handgelenk helfen zu können, bestand so wenigstens etwas Hoffnung nochmal wieder auf Rad zu kommen. Schon die 1. Behandlung von Philip machte Mut, einfach weil sich die gestellte Ferndiagnose als richtig herausstellte und das Problem für ihn nicht neu war. Seine Behandlungen waren für Mieke ziemlich schmerzhaft, aber sie schlugen an und der Zustand besserte sich allmählich. Jetzt nach weiteren gut 7 Wochen ist das Handgelenk wieder gutbelastbar und da ja noch ein paar Wochen bis zum 1. April und unserem Arbeitsstart Zeit ist, haben wir einen Flug nach Kuba gebucht um die Insel in aller Ruhe zu umrunden, die kubanische Mentalität kennenzulernen, vielleicht etwas am Strand zu entspannen und das alles bevor die amerikanischen Touristen das Land „überfallen“.

 

 

 

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